Geschichte der Osteopathie

Aktualisiert: 13. Jan 2019


"Eine Maschine kann nur einwandfrei arbeiten, wenn jede Schraube an ihrem Platz sitzt und sich jedes Zahnrad einwandfrei bewegt. Versucht man eine Maschine zu reparieren ist man gezwungen jedes einzelne Teil auf seine Funktion hin zu überprüfen und die Beweglichkeit blockierter Teile wieder optimal herzustellen“ (Andrew Taylor Stil)


Osteopathie

“Gesundheit zu finden sollte das Ziel des Arztes sein, Krankheit kann jeder finden” (A.T. Still).

Der amerikanische Arzt und Chirurg Andrew Taylor Still (1828-1917) ist der Begründer der Osteopathie. Seine Faszination galt der Fähigkeit, mit gezielten manuellen Techniken den Körper zur Selbstheilung anzuregen. 1874 publizierte Still seinen neuen Diagnose- und Behandlungsansatz und gab ihm den Namen Osteopathie. In der Osteopathie wird der Körper in drei grossen Systemen betrachtet, basierend auf der embryologischen Entwicklung des Menschen.


PARIETALE OSTEOPATHIE Dieser Therapiebereich hat die Korrektur und Mobilisation von Gelenken, Muskeln, Faszien, Sehnen und Bänder zum Ziel.


VISZERALE OSTEOPATHIE Die Funktion der jeweiligen Organe wird durch verschiedene Techniken positiv beeinflusst. Angeschaut werden die entsprechenden Anteile des Nervensystems, Blut- und Lymphgefässe und die anatomischen Relationen zu den Nachbarsorganen.


CRANIOSACRALE OSTEOPATHIE Schädelknochen (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum), verbunden über den Duralschlauch (Rückenmark) und die gesamte sich darin befindende Flüssigkeit, bilden eine funktionelle Einheit. Störungen in diesem Bereich können weitreichende Folgen für den gesamten Organismus haben.


Die drei Systeme stehen in enger Verbindung miteinander und beeinflussen sich gegenseitig.


Craniosacrale Osteopathie

„Erlaube der inneren physiologischen Funktion ihre unfehlbare Kraft zu manifestieren, statt eine blinde Kraft von aussen anzuwenden“ (W.G. Sutherland).

William Garner Sutherland (1873-1954), ein direkter Schüler von Still, übertrug die Prinzipien der Osteopathie vor allem auf den Bereich des Schädels. Er legte damit die Grundlage der CranioSacralen Osteopathie. Sutherland hielt fest, dass die einzelnen Schädelknochen beweglich sind und entdeckte auch die synchron zu den Schädelknochen verlaufenden Bewegungen des Kreuzbeins (Sacrum). Seine Erfahrungen zeigten, dass eine eingeschränkte Beweglichkeit sowie eine Veränderung des Drucks im CranioSacralen System weitreichende Folgen auf das Nervensystem und den gesamten Körper haben kann.


Craniosacral Therapie


In den 70er Jahren wurde die Lehre Sutherlands von dem Chirurgen und Osteopathen Dr. John E. Upledger weiterentwickelt und es entstand die craniosacrale Therapie. Ziel von Dr. Upledger ist es, mit einem nicht invasiven Behandlungskonzept den Patienten in seinem eigenen Genesungsprozess zu unterstützen, wobei neben der Craniosacral Therapie andere Methoden in die Behandlung integriert werden können. Diese grundlegende Haltung, sich in den Dienst des Patienten und seinen Heilungskräften zu stellen, spiegelt sich in der Art und Weise der Begegnung und der Wahl der Behandlungstechniken wieder.

„Der Zweck liegt darin, ein besseres Verständnis für, sowie eine Vertiefung des Bewusstseins und der Sensibilität gegenüber unseren Patienten und ihren Beschwerden zu bekommen“ (J.E. Upledger).

© Judith Wüthrich | KomplementärTherapeutin | Craniosacral Therapie