Das Schleudertrauma in der Craniosacral Therapie

Aktualisiert: Sept 4


Beim Schleudertrauma wirken in abrupter Weise Beschleunigungskräfte auf den menschlichen Körper, die aufgrund der Trägheit der Masse eine globale Veränderung des gesamten Bindegewebesystems (den Faszien) nach sich ziehen können. Der Begriff Schleudertrauma bezeichnet nicht nur die Diagnose, sondern gleichzeitig den Unfallmechanismus. Da der gesamte Kopf- und Nackenbereich eine hohe Nervendichte besitzt, kann eine Verletzung zu einer Vielzahl von Beschwerden führen. Diese zeigen sich meist erst nach einigen Tagen: Typischerweise handelt es sich um Kopfschmerzen, die bis in den Nacken reichen, Sehstörungen, Schwindelgefühle und Übelkeit. Daneben sind neurologische Störungen wie Kribbeln im Arm, Atem- und Schluckbeschwerden, aber auch Reizungen von Speiseröhre und Magen möglich.

Das Schleudertrauma kann einen regelrechten Abdruck in den Faszien hinterlassen und aufgrund der Verbindung der Faszien untereinander aus dem Schädel- und Nackenbereich zum Beispiel bis zu den Organen weitergeleitet werden und hier Funktionsstörungen verursachen.

Während früher zur Therapie eine Halskrause verordnet wurde, gilt mittlerweile, dass eine lange Schonung den Heilungsprozess eher verzögert. Beim Schleudertrauma ist anzuraten, vor der ersten Behandlung einige Tage verstreichen zu lassen. Empfohlen wird daher, nach einer kurzen Schonzeit wieder alltägliche Aufgaben zu übernehmen und parallel mit krankengymnastischen Übungen und einer manuellen Therapie zu beginnen.


Aufgrund der immensen Schub- und Zugkräfte, die beim Schleudertrauma auf den menschlichen Organismus einwirken, kann es bei allen Bauelementen des Organismus zu bleibenden Spannungsveränderungen kommen. Die craniosacral Therapie zeigt hier gute Erfolge und kann zum einen helfen, die Muskulatur zu entspannen, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule wiederherzustellen und Kopfschmerzen zu beheben. Zum anderen kann die Craniosacral Therapie Übelkeit und Schwindelgefühle als Folge einer Verletzung der Nervenrezeptoren lindern. Unbehandelt können sonst Beschwerden lange bestehen bleiben oder sie zeigen sich erst sehr viel später, wenn die primären Symptome bereits abgeklungen sind. Als Therapeutin suche ich gezielt nach solchen Spannungen und folgt ihnen mit meinen Händen. So kann ich Zusammenhänge und Ursachen erspüren und Fehlfunktionen beheben.


Folgende Strukturen sind bei der Behandlung eines Schleudertraumas von essentieller Bedeutung:

  • Besondere Beobachtung verdienen die inneren Organe, die unmittelbar unter dem Zwerchfell liegen; der Magen, die Leber, die Nieren und die oberen Abschnitte des Dickdarms.

  • Falls das Unfallopfer einen Sicherheitsgurt getragen hat, ist der Übergang zwischen Brustraum und unterer Halsregion, speziell im vorderen Bereich, genau zu untersuchen.

  • Beim Schleudertrauma kann es zu Verkeilungen der Schädelknochen an ihren Suturen (Schädelnähte) kommen. Diese Restriktionen werden anhand verschiedener craniosacralen Techniken gelöst.

  • Zusätzliche liegt beim Schleudertrauma häufig eine starke Emotionalisierung vor, über die sich der Patient meist nicht im Klaren ist.

Durch Lösen von Verspannungen, Blockaden und Restriktionen im Körper, wird die Zirkulation des ganzen Körpers verbessert, was für den Heilungsprozess beim Schleudertrauma sehr wichtig ist.

© Judith Wüthrich | KomplementärTherapeutin | Craniosacral Therapie