Bedeutung der Faszien

Aktualisiert: 13. Jan 2019

"Die Seele des Menschen mit all ihren Strömen puren Lebenssaftes scheint in den Faszien des Körpers zu fliessen. Ich kenne keinen Teil des Körpers, der es den Faszien als Forschungsfeld gleich tun kann. Ich glaube, dass sich beim Studium der Faszien mehr reichhaltige und goldene Einsichten auftun werden, als bei irgend einem anderen Aspekt des Körpers. (A.T. Still)"


Viele Menschen leiden an chronischen Schmerzen. Besonders schlimm ist es, wenn keine Ursachen für das Leiden gefunden werden kann, denn nicht immer sind Muskeln, Knochen oder die Organe für die Beschwerden verantwortlich. Bei Schmerzen wird zunehmend die Rolle der Faszien diskutiert. Unter dem Begriff Faszien werden verschiedene Arten von fasrigem Bindegewebe zusammengefasst. Das Fasziengewebe ist ein überaus komplexes, netzartige Gewebesystem, das alle Teile des Körpers verbindet und zusammenhält. Manche Wissenschaftler sprechen sogar von einem Sinnesorgan, den die Körperfaszien sind ein Kommunikationssystem, mit Schmerzrezeptoren und Sensoren. Diese Rezeptoren und Sensoren leiten ständig Informationen ans das zentrale Nervensystem weiter. Es ist also nicht verwunderliche, dass diese universale Netzwerk grossen Einfluss auf unsere Gesundheit und auf das Wohlbefinden hat. Entsprechend weitreichend sind die Folgen eingeschränkter Faszienbeweglichkeit und die Möglichkeiten der Behandlung vieler Krankheiten, die auf den ersten Blick mit den Faszien eigentlich nichts zu tun haben.


Verklebte und verhärtete Faszien


Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Faszien verklebe oder verhärten können. Dies geschieht durch Operationen, Stress, Schonhaltung sowie Bewegungsmangel und falschen Gebrauch unsere Körpers. Die Folgen davon sind Schmerzen und Unbeweglichkeit. Solche faszialen Restriktionen können sich im gesamten Körper auswirken und dadurch Auswirkungen auf weitere, von Faszien umhüllte Bereiche des Körper ausüben.


Einfluss der Psyche auf die Faszien


Die Faszienspannung wird zusätzlich von unserem autonomen Nervensystem beeinflusst. Eine innere Gelassenheit und ein gutes Wohlbefinden senkt unsere Körperspannung. Stress dagegen kann die Grundspannung unserer Faszien steigernd.


Fasziale Behandlung



Eine manuelle Behandlung, welche selbst die tiefen Gewebeschichten erreichen, eignet sich als Faszientherapie. Mit gezielten Handgriffen können Therapeuten Verklebungen oder Verhärtungen des Fasziengewebes aufspüren und diese auflösen. Beeindruckende Erfolge konnte zudem die Craniosacral Therapie mit manuellen Techniken aus der Osteopathie aufweisen.


Selbstbehandlung


Das Fasziengewebe lässt sich ausgezeichnet trainieren. Dehnungsübungen und jegliche Arten von sportlicher Betätigung halten den Körper geschmeidig! Dies ist keine neue Erkenntnis, erscheint aber nach diesen Zusammenhänge nun logisch. Dazu muss nicht wie verrückt trainiert werden. Ein regelmässiges Bewegungstraining sorgt dafür, dass die Bindegewebszellen dazu angeregt werden, alte Kollagenfasern dadurch neue zu ersetzten. Insgesamt wird der gesamte Körper besser durchblutet und dadurch auch optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Ein ausgewogenes Mass an Bewegung für den ganzen Körper wirkt Wunder und erspart viele körperliche Leiden. Um die Faszien gesund zu halten , gilt eine einfache Regel: „Wer sich nicht bewegt, verklebt!“


Quarks & Co Geheimnisvolle Faszien - Neues vom Rücken


29.01.2013 | Die Faszien standen schon oft im Mittelpunkt von Physiotherapeuten und Osteopathen. In der Schulmedizin spielten sie bei der Behandlung von Rückenschmerzen oft ein Schattendasein. Neuste Forschungen wollen das ändern.





© Judith Wüthrich | KomplementärTherapeutin | Craniosacral Therapie